Markus Aellig
Organisten-Alltag 2013
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2014: Gottesdienste und Konzerte
Dezember 2013
Nächstes Jahr werden Stadtkirche und das nebenanliegende Unterweisungshaus innen und aussen gründlich saniert. Ausserdem wird die Umgebung zweckmässig verschönert. Nach der Sanierung der Kirche wird dann die Orgel revidiert und mit einigen Erweiterungen versehen. Solange - das heisst bis mindestens Frühling 2014 - werden alle Gottesdienste und Konzerte in andere Lokalitäten verlegt.

Die Gottesdienste finden in der Chapelle Romande oder im grossen Saal des Kirchgemeindehauses an der Frutigenstrasse 22 statt. Bitte beachten Sie den Gottesdienstplan, der auf dieser Website zu Beginn des nächsten Jahres aufgerufen werden kann.

Die Abendmusiken finden teils im grossen Saal des Kirchgemeindehauses, teils in anderen Kirchen statt.

Die Orgelmatinées können Sie in der Chapelle Romande (neben dem Kirchgemeindehaus) besuchen. Da die dortige Orgel überaus klein und nicht so vielseitig konzipiert ist, habe ich mich (schweren Herzens) dazu durchgerungen, nur zwei Matinées pro Monat zu veranstalten, in der Regel am 2. und 4. Sonntag des Monats; das sind die Sonntage, an denen der Gottesdienst ebenfalls in der Chapelle stattfindet.
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Hammond-Vertrieb Schweiz
Dezember 2013
Heinz von Gunten bietet in seinem Musikgeschäft an der Bierigutstrasse 1b in Thun die grösste Auswahl an Hammondorgeln (neu und Occasionen) an.

Heinz hat mir in den vergangenen 21 Jahren für Konzerte einige Male eine Hammondorgel plus Leslie zu günstigem Tarif vermietet, zuletzt für die Übergabe der Thuner Kulturpreise im November dieses Jahres.

Besonders interessant für Kirchenorganisten:
Das Musikhaus von Gunten bietet aus Platzgründen die dreimanualige elektronische Kirchenorgel "GEM Concerto" inklusive Tonkabinetten für den sagenhaft niedrigen Preis von Fr. 3'500.- an (Neupreis: Fr. 30'000.-)!
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Spare am Sonntag...
November 2013
...so hast du am Montag!

Auf dem Bild links sieht das tit. Publikum eine hübsche Auslegeordnung des Kleingeldes einer Kollekte eines unlängst dargebotenen Konzertes.

Ist der Wert des Gezeigten auch eher gering, so entzückt trotzdem der farbenfrohe Glanz der durch die Photo-kamera beblitzten und festgehaltenen Münzen.

Da im christlichen Abendlande der Sonntag der letzte Tag der Woche ist, empfiehlt es sich durchaus, beim Einlegen des Konzertobuli seine Börse von über-flüssigem Füllmaterial zu befreien, damit die neue Woche wohlgemuth und mit erleichtertem Geldsäckel in Angriff genommen werden könne.
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Kollekte für die Philippinen
November 2013
Die Kollekte von der Orgelmatinée vom 17. November 2013 betrug sagenhafte Fr. 2180.- und wurde von mir auf das Konto der Glückskette überwiesen - dies zu Gunsten der vom Taifun Haiyan betroffenen Leute auf den Philippinen.

Ich danke den Besucherinnen und Besuchern herzlich für ihre grosszügige Spenden, oder auf Tagalog...

...Salamat!


Markus Aellig
Organist Stadtkirche
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Thuner Musikpreis: Laudatio von Erwin Messmer
November 2013
Erwin Messmer, langjähriger Organist an der reformierten Kirche Bern-Bümpliz, begnadeter Konzertorganist, Autor, Publizist und passionierter Zigarrenraucher, hat anlässlich der Verleihung der Thuner Kulturpreise eine denkwürdige Laudatio gehalten, die ich Ihnen nicht vorenthalten möchte.

Sie finden Erwin Messmer unter seiner Homepage.

Nach der Orgelmatinee sitzt Markus Aellig mit uns am Wirtshaustisch und trinkt wie ein ganz normaler Mensch sein Bier. Man merkt ihm die unendlichen Musikwelten, die in seinem Kopf zu Hause sind, gar nicht an. Er ist ein guter Zuhörer und gemütlicher Tischkumpan beim Mittags-Apero. Natürlich weiss er, was er kann, aber er hat es nicht nötig, davon ein Aufhebens zu machen. Nicht am Tisch unter Freunden. Es genügt ihm vollkommen, Orgel zu spielen.

Damit ist für den eher wortkargen Zeitgenossen alles gesagt. Alles, und Unerhörtes! Aellig, der Konzerte aus dem Ärmel schüttelt wie das sprichwörtliche Karnickel Junge wirft, Aellig, der begnadete Improvisator, Komponist, Interpret und Klangzauberer, Aellig mit der Leichtigkeit des Seins bis in die Finger- und Zehenspitzen, bestellt dann noch ein zweites Bier, bevor er sich zum Mittagsschlaf zurückzieht. Am Abend spielt er dann wieder ein Konzert, oder mindestens einen Abendgottesdienst.

Er trinkt seine beiden Biere nicht wie ein normaler Mensch, Aellig ist ein normaler Mensch. Und was übrigens das Bier anbelangt, so findet er dieses Gebräu eigentlich ein grässliches Gesöff. - "Aber warum trinkst Du es denn?" - "Warum? Zur Entspannung natürlich", beantwortet er die Frage trocken und zündet sich die nächste Zigarette an.

Entspannung, nun, die muss schon auch mal sein in einem Leben, wie Markus Aellig es täglich führt. Bei dieser enormen Beanspruchung sind 7 Stunden Übezeit pro Tag nicht die Ausnahme, sondern die Regel. Für Aellig gilt dasselbe Prinzip wie für jeden Fussballclub: Nach dem Spiel ist vor dem Spiel! Im vergangenen Frühjahr wurde in der Stadtkirche Thun die siebenhundertste Orgelmatinee (seit 1997) gefeiert. Von diesen halb-stündigen Mittagskonzerten jeden Sonntag spielt Markus Aellig die allermeisten selbst.

Ein willkürlich herausgegriffenes Monatsprogramm spricht Bände und lässt erahnen, was in diesen 700 Konzerten musikalisch alles passiert ist. In den Matineen notabene, von den längeren Abendmusiken, von den Gottesdiensten, die Aellig bis in die Intonation jedes Gemeindechorals hinein mit Fantasie, Liebe und dem ihm eigenen Charisma musikalisch gestaltet, ganz zu schweigen. "Gospelmusik - Mys Müetti het mer gschribe - Ländlermusik - Bach und Messiaen - Orgeljazz - Johann Sebastian Bach - Franck und Mendelssohn - Georg Friedrich Händel" - das sind einige Matinee-Titel vom Mai und Juni dieses Jahres. Wobei von Messiaen gleich die ganze Ascension aufgeführt wurde, ein monumentaler Zyklus, hier einfach ein Programmpunkt unter hunderten. Einmal fragte mich Markus Aellig, ob der 93. Psalm von Julius Reubke sich musikalisch eigentlich lohne. Ich bejahte, betonte aber die extremen spieltechnischen Schwierigkeiten dieses berüchtigten halbstündigen Opus. Drei Wochen später führte er es auf.

Dass dieser musikalische Tausendsassa daneben auch immer wieder Folk-, Gospel-, Rock- und Jazzprogramme bietet, in eigenen Bearbeitungen, die das Publikum jedes Mal förmlich vom Hocker reissen, ist wunderbar, und das im wörtlichen Sinn. Denn Markus Aelligs musikalische Bandbreite, in diesen kurzen Aufführungsintervallen, grenzt für mich an ein Wunder und dürfte nicht nur national sondern auch international, in der Musikszene einmalig sein.

Letzthin besuchte ich seine Matinee, die dem Latin-Rock-Gitarristen Carlos Santana gewidmet war. Gitarrenmusik auf der Orgel! Aellig verwandelt diese Nummern in echte, grosse Orgelmusik. Und dann Aellig als Ländlermusiker! Mit dieser Kunst straft er viele elitäre Klassikliebhaber Lügen, die behaupten, Ländlermusik sei Kitsch. Unter Aelligs Fingern wird auch der Ländler zum herausragenden musikalischen Ereignis.

Ich möchte aus den 700 Programmen noch ein ganz spezielles aus dem Jahr 2010 kurz herausgreifen: Requiem für vier tote Bäume. Zu diesem Konzert schrieb Aellig eine Anmerkung: "Nachdem dieses Jahr bereits zwei Bäume neben der Stadtkirche gefällt worden sind, sollen nächstes Jahr zwei weitere Bäume der Säge zum Opfer fallen. Sie hören deshalb heute eher verhaltene und ernste Musik." - Sicher ahnen Sie, worauf ich mit diesem ausführlichen Zitat hinaus will. Der Gefeierte ist ein sensibler Zeitgenosse, mit Empathie nicht nur für seine Mitmenschen, sondern auch für Bäume, für die Natur ganz allgemein. Wenn der Amerika-Fan Aellig von seinen Reisen in der Neuen Welt zurückkommt, gibt es in seiner legendären Power-Point-Show mit Orgelmusik immer auch eine Bilderserie mit Bäumen, eine mit Blumen, eine mit atemberaubenden Land-schaftsszenarien. Aellig, der Naturbursche, der mit seinen beiden Töchtern, als sie noch Schulmädchen waren, auch immer wieder gern ein Bachbett aufsuchte, um dort zu bräteln, einer auch, der das Berner Oberland auf hundert Pfaden zu Fuss durchwandert hat.

Meine Damen und Herren, wenn ich mit Markus Aellig am Wirtshaustisch oder an seinem Küchentisch sitze, kommt mir manchmal plötzlich Wolfgang Amadeus Mozart in den Sinn. Hören Sie Mozarts Musik, und dann lesen sie ein wenig in seinen Briefen. Mozart war ein ganz normaler Mensch, begabt für Freundschaften, einer der gerne in geselliger Runde ass und trank. Einer, der zwar wusste, was er konnte, seine geniale Veranlagung aber eigentlich nicht der Rede wert fand. Aellig ist genau so, und deshalb werde ich diese Rede auch bald beenden, um ihn nicht noch länger zu nerven.

Aber dieser Preis ist ja nicht nur eine Auszeichnung für den Thuner Stadtorganisten,sondern gleichermassen auch eine Auszeichnung für die Orgel, die in breiten Bevölkerungsschichten viel geschmähte "Königin der Instrumente", welche unser Preisträger mit seinen Konzerten in so glücklicher Weise unter die Leute bringt. Die Orgel ist mitnichten das langweilige Kircheninstrument, als das es landauf landab gehandelt wird. Steigen Sie an einem beliebigen Sonntagmittag zur Stadtkirche Thun hoch, setzten sie sich in einen der Chorstühle und hören Sie selbst!

Ich beglückwünsche deshalb die Kulturkommission Thun ausdrücklich dafür, dass sie für einmal einem Organisten mit den Musikpreis zugesprochen hat. Die Orgel hat diese Auszeichnung mehr als verdient, und der mit ihr geehrte Organist erst recht.

Ich danke Ihnen.
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Vielen Dank für den Leserbrief!
August 2013
Letzte Woche erschien ein Leserbrief, den das Thuner Tagblatt unter dem Titel "Aufsteller" publizierte. Ich finde, dieser Leserbrief ist seinerseits ein "Aufsteller", und auf dieses so schön formulierte Feedback kann ich nur eines sagen:



Herr Keller, vielen herzlichen Dank!












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Die Kirche bleibt im Dorf...    ...die Orgel bleibe in der Kirche
Juli 2013

Die Abendmusik vom 30. August steht unter dem Motto Combo-Jazz mit den Haesler Brothers. Zu Gast sind Sandro Häsler (Trompete) und sein Bruder Rolf (Saxophon und Klarinette). Ich freue mich schon jetzt auf dieses Konzert. Die Besetzung ist tatsächlich combo-mässig klein, aber da auf der Orgel ja mehrere "Parts" gespielt werden können, wird die Band eigentlich mit fünf Spielern aufwarten, nämlich...
Sandro Häsler
Rolf Häsler
Organist - Füsse
Organist - Linke Hand
Organist - Rechte Hand
Trompete
Saxophon und Klarinette
Bass
Gitarre bezw. Rhythmus
Orgel bezw. Klavier
Das reicht eigentlich schon, um eine kleine Dixieland-Band à la Firehouse Five (plus two) auf die Beine zu stellen. Danach folgen Stücke mit einem etwas esoterischen Touch, und am Schluss hören Sie wohlklingende und bekannte Jazz-Standards von Duke Ellington und seinen Mannen.

Bei dieser Gelegenheit kommt mir die Abendmusik vom November 2000 mit dem leider allzu früh verstorbenen Saxophonisten und Allroundmusiker Raphael "Paffy" Zehnder in den Sinn. Das Konzert unter dem Motto "Ballads and More" war damals gut besucht; die Kombination Saxophon - Kirchenorgel wirkte reizvoll. Paffy und ich hatten eine Menge Spass beim Proben und beim Konzert, und die Zuhörerschar goutierte gutgelaunt die süffigen und manchmal auch ausgeflippten Klänge.

...und nach dem Konzert schlich ich mich hinaus in die Dunkelheit, um eine Zigarette zu rauchen; Dabei belauschte ich ein die Kirche verlassendes Paar:

Er:   "Gäu, das isch no äs guets Konzärt gsy".
Sie:   "Ja scho. Aber warum hei die das in-ere Chiuche gmacht?".

Ich schüttelte den Grind, bis mir die Neuronen aus den Ohren flogen.
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Yvonne - die Kuh - auf der Orgel
Juli 2013
Das Motto einer Orgelmatinée im Juni war "Tierische Orgelmusik". Nun, ein Motto ist schnell erfunden, und zuerst wollte ich nur klassische Musik spielen. Es gibt ja eine reiche Auswahl wie den Carnaval des animaux von Camille Saint-Saëns, oder Peter und der Wolf von Sergej Prokofiew oder auch Le Coucou von Louis Daquin respektive Louis Vierne usw.

Da sitze ich halt Ende April am Computer und durchforste das Internet bezw. mein Gedächtnis nach tierischer Musik... ...und plötzlich kommt mir Flipper ist unser bester Freund in den Sinn, später der Tiger Rag, und auf You Tube finde ich tatsächlich noch Yvonne, die Kuh.
Diese schlaue und freiheitsliebende Kuh büxte 2011 aus und versteckte sich während dreier Monate, wie man hier nachlesen kann. Und dann höre ich mir noch den dazugehörigen Song an und bin sofort begeistert von diesem deutschen Schlager.
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Sanierung der Stadtkirche - Revision der Orgel
Juni 2013
Wenn alles rund läuft, wird die Stadtkirche Thun nächstes Jahr innen und aussen gründlich saniert und den neuen Gegebenheiten angepasst. Die Gottesdienste finden in dieser Zeit voraussichtlich im Kirchgemeindehaus an der Frutigenstrasse statt.

Die Orgelmatinées werde ich weiter durchführen, allerdings in der Chapelle der Paroisse française. Diese Kapelle liegt direkt neben dem Kirchgemeindehaus und hat eine zweimanualige Hauser-Orgel. Die Orgel ist ziemlich klein und eher grell im Klang. Deshalb werde ich in der Musikauswahl etwas eingeschränkt sein und nur ein bis zwei Matinées pro Monat veranstalten.

Nach der Kirchensanierung wird die Orgel in der Stadtkirche revidiert und ab ca. April 2015 wieder spielbar sein.
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Bach auf You Tube
Mai 2013
You Tube ist prima, wenn es darum geht, Orgelaufnahmen verschiedener Interpreten miteinander zu vergleichen. Da kommt alles vor, gute und schlechte Tonqualität, exzellente und etwas unbeholfene Interpretation.

You Tube ist auch eine unerschöpfliche Fundgrube, wenn man auf der Suche nach speziellen Stücken ist. Ich bin schon unzählige Stunden am Computer gehockt, habe passende Stücke für ein spezielles Motto ausgesucht, danach die Stücke mit dem günstigen und genialen AVS- Audio-Editor aufgenommen und schliesslich nach Gehör aufgeschrieben und auf Sibelius verwewigt.
Am Sonntag, den 19. Mai, spiele ich in der Orgelmatinée einige Bach-Fugen. Hören Sie sich doch einmal folgende Aufnahmen an:

Fuge g-moll   BWV 542     ...die konzertante
Aufnahme in mässig schnellem Tempo von Hans André Stamm auf der (teilweise historischen) Trost-Orgel in Waltershausen (D). Die Disposition der Orgel finden Sie hier.

Fuge g-moll   BWV 542     ...die konzertante
Excellente Aufnahme in recht rasantem Tempo durch Balint Kaposi auf der Orgel der First Lutheran Church in Boston.

Fuge a-moll   BWV 543     ...die besinnliche
Temperamentvolle Aufnahme von Aarnoud de Groen auf der Orgel der Bethlehemkerk in Den Haag.

Fuge a-moll   BWV 543     ...die besinnliche
Aarnoud de Groen spielt auf der Orgel der Bethlehemkerk in Den Haag

Fuge G-Dur   BWV 541     ...die rassige
Rhythimsch eher freie Aufnahme einer unbekannten Interpretin im Dom zu Brixen (Südtirol).

Fuge G-Dur   BWV 541     ...die rassige
Eine solide Aufnahme in der Chiesa di Santa Maria in Rovereto durch den jungen Organisten Nicolò Sari.

Fuge C-Dur   BWV 541     ...die opulente
Bernard Foccroulle spielt auf der Johann Gottfried Silbermann Orgel im Dom zu Freiberg
Die Fuge beginnt bei 4:28.

Fuge d-moll   BWV 539     ...die geigerische
Für mich die optimale Version dieser leichtflüssigen, eleganten Fuge. Joel Hastings spielte sie als Ausgangsspiel im Gottesdienst vom 20. September 2009 in der First Baptist Church of Ann Arbor, MI.

Fuge d-moll   BWV 539     ...die geigerische
Auch eine sehr schöne Interpretation. "Geigenmässig" registriert und etwas melancholisch gespielt von Bine Katrine Bryndorf. Während der Wiedergabe ist der entsprechende Notentext zu sehen!

Fuge C-Dur   BWV 564     ...die rauschende
Christian Barthen spielt auf der Orgel in der katholischenm Pfarrkirche St. Hedwig in Völklingen-Wehrden (D).

Fuge C-Dur   BWV 564     ...die rauschende
Wirklich eine "rauschende" Version! Joan Boronat spielt in der Peterskirche zu Basel anlässlich eines Benefizkonzerts für Japan.
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Amerikanische Organisten-Superstars
Mai 2013
Interessant wirkt oft die Spielweise amerikanischer Organisten-Superstars. Während das Fahrverhalten der Amerikaner auf den Autobahnen und übrigen Strassen im allgemeinen recht gemütlich und angenehm defensiv ist (mit Ausnahme einiger nervöser Städt wie New York oder San Francisco), überraschen andererseits diese Superstars dank einer stupenden Technik oft mit einem rasenden Spieltempo.

Dazu kommen häufige Registerwechsel bezw. Klangfarbenänderungen und ein durchaus show-mässiges (wenn nicht sau-mässiges) Spielgebaren, so dass ein Werk von Bach dem Auge gelegentlich eher mehr als dem Ohre bietet. Zwei dieser Stars möchte ich Ihnen hier vorstellen:

VIRGIL FOX spielt die a-moll-Fuge von Bach.
Die Fuge beginnt bei 3:30. Beachten Sie Foxens amüsanten Seitenblick beim Fugenende.

CAMERON CARPENTER spielt die g-moll Fuge von Bach
Auf dieser Aufnahme sieht man deutlich, dass die amerikanischen Organisten auf ihren Füssen einfach immer kleinere Strecken zurücklegen müssen (wegen der radialförmigen Pedale) als wir armen Europäer.
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Tartare oder Toccata
April 2013
Gelegentlich werde ich darauf angesprochen, warum (um Himmels willen) auf der Webseite namens "Stadtkirche Thun" so unerwartet unmusikalische Dinge wie Kochrezepte oder Bilder aus dem Ausland anzutreffen seien. Ich antworte dann jeweils, dass auch Organisten Normalsterbliche seien und nach dem Motto handelten: "Der Organist ist, was er isst, sieht, erlebt und erfährt." Oder, frei nach Brecht:

Zuerst kommt das Tartare, dann die Toccata! Das Rezept fürs Tartare finden Sie hier.
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Danke für die Rose
April 2013
Vorletzten Sonntag (7. April) fand ich mich um ca. 9.40 Uhr in der Kirche ein und wurde von Heinz Leuenberger - vormals Pfarrer in der Kirche Scherzligen - mit den Worten begrüsst: "Lieber Markus, ich gratuliere Dir zu Deiner 700. Orgelmatinée." Dann überreichte er mir eine Rose!

Diese schöne Geste hat mich sehr gefreut und berührt. Vielen Dank, Heinz!
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Ich bin empört
März 2013
Das darf doch nicht wahr sein!!!

Schon wieder sind die Zigaretten teurer geworden. Ein Päckli hat sich um unverschämte 30 Rappen verteuert und kostet jetzt sagenhafte Fr. 8.20!
Ich bin empört
und ganz verstört!
Was da passiert,
ist unerhört!
Rauchen tötet,
Leben auch.
Wer lebt, der stirbt -
auch ohne Rauch!
Das BAG,
das kann mich mal!
Ich rauche weiter
ganz brutal!
Mich dauert nur
die AHV.
Sie wird noch ärmer.
Ach wie schlau!!!
 
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Notenalbum
März 2013
Seit Jahren schreibe ich Noten mit dem bewährten "Sibelius". Mittlerweile haben sich zahlreiche Stücke aus Folklore, Jazz, Pop und Klassik angesammelt. Zu Beginn dieses Jahres schaffte ich es endlich, die Stücke in Notenalben zusammenzufassen. Seitdem herrscht bei mir auf der Empore ziemliche Ordnung; die vielen zusammengeklebten Notenbogen gehören der Vergangenheit an.

Allerdings darf ich nicht verschweigen, dass ich diese Stücke nur für den Eigengebrauch geschrieben habe. Sie sind teilweise nur skizziert; den Rest ergänze ich jeweils nach Gehör, aus dem Gedächtnis oder improvisierenderweise.

Sie können nun diese Alben herunterladen und mit den Stücken nach Gusto verfahren.

Inhalt
Folklore / Jodellieder
Jazz - Gospel
Pop - Schlager
Diverse
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Nachtrag zum Vollmondkonzert
März 2013
Beim Vollmondkonzert am 25. Februar zeigten sich Wetter und Mond von ihrer besten Seite.

Das Konzert war sehr gut besucht, und die Leute genossen offensichtlich die Musik in der ziemlich dunklen Kirche. Einzig einige Kerzen, eine altmodische Ständerlampe und die Spieltischbe-leuchtung verbreiteten ein wenig Licht.

Der "Mischmasch" von klassischer Musik und eher Popigem kam zu meinem Erstaunen gut an.
Nach dem Konzert hielt ich zusammen mit Marianna das Kollektensäcklein (im Volksmund auch "Bettelsack" genannt) hin und durfte dabei viele "Danke schön" und "Es war wunderbar" entgegennehmen. Meine jüngere Tochter Alexandra machte mir sogar ein Kompliment für "The Dark Side of the Moon".

Besonders gefreut hat mich das kulinarische "Merci" von Iris, welche Orgelmatinées und Abendkonzerte seit Jahren regelmässig besucht. Sie schenkte mir nämlich eine - ungemein wohlschmeckende - Züpfe in einer sehr speziell geflochtenen Vollmond-Form, schön drapiert auf blauem Papier und garniert mit Schöggelis.

Vielen herzlichen Dank, Iris!
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Die schlagfertige Mutter
Februar 2013
Ab April bis Oktober strömen Heerscharen von Touristen durch Thun, schnaufen den Schlossberg hinauf und gehen dabei auch auf einen Sprung in die Kirche. Dort hat es ein Gästebuch beim Seiteneingang. Und darin - man glaubt es kaum, da die Kirche ja ziemlich sanierungsbedürftig ist - preisen und loben die Besucher die Kirche, ihre schlichte Architektur, ihre Helligkeit und Ruhe.

Mit der Ruhe ist es aber dann bald vorbei, denn die Touristen werden von Jahr zu Jahr nicht nur zahlreicher, sondern auch lärmiger und dreister. Konnte ich 1992 bei bei  geöffneter Emporetüre üben (es verirrte sich kaum je einmal ein Tourist auf die Empore), muss ich heute diese Türe sofort hinter mir abschliessen.

Vorletzten Sommer besuchte eine Schweizer Familie mit zwei kleinen Kindern die Kirche. Ich war am Üben und hatte einige Probleme, weil die Kleinkinder durch die Kirche rannten und schrien. Nach einigen Minuten begab ich mich an die Brüstung und bat die Eltern um weniger Lärm. Die Antwort der Mutter: "Warum? Dir machet ja meh Lärm" ...

... mir blieb glatt die Luft weg (zum Glück nicht der Orgel).
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Raphael "Paffy" Zehnder
Januar 2013
Der 1951 in Villmergen geborene Schweizer Saxofonist, Multiinstrumentalist, Komponist, Bandleader und Musiklehrer Raphael "Paffy" Zehnder, der in Hünibach bei Thun lebte, ist am 15. Januar 2013 gestorben.

Der Saxophonist Raphael Zehnder war seit den 1980er-Jahren in der Jazzmusik unentwegt aktiv: Nach seiner ersten Band Intro gründete er 1986 die Band Twice a week, mit der er im In- und Ausland auf Tournee war und unzählige Konzerte - auch mit Gästen wie Christy Doran, Steve Elson oder Rhonda Dorsey - gab. 1997 folgte die Gründung von Jazzattack. 2005 rief er die Jazzband fonixx ins Leben, mit der er auch im Rahmen des Kulturaustauschprojektes Thun-Gabrovo in Bulgarien unterwegs war. Unter anderem trat er dort am renommierten Apolonia Festival am Schwarzen Meer auf. 2007 erhielt er den Thuner Kulturpreis im Bereich Musik.

Raphael Zehnder war ein äusserst vielseitiger Musiker, der sich gerne auf gewagte Experimente einliess und immer wieder neue Herausforderungen suchte.

So war er auch in der Stadtkirche Thun zu Gast, wo er 2005 an einer Abendmusik unter dem Motto Ballads and more.. seine erstaunlichen Fähigkeiten unter Beweis stellte.
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Die Kunst des Registrierens
Januar 2013
Die Orgel in der Stadtkirche Thun verwöhnt mich seit mehr als 20 Jahren masslos. Drei Manuale, zahlreiche Grundtonregister in der 8'-Lage, kräftige und zarte Zungenregister, eine satte Voix céleste sowie ein starker Tremulant lassen wenig Wünsche offen. Der Computer (im Orgeljargon "Setzer" genannt) erlaubt das einfache Abspeichern und Abrufen zahlloser Registrierungen, so dass fast die gesamte Literatur - ohne Beihilfe von "Hebammen" (das sind die Leute, die links und rechts assistieren, Seiten wenden und Register an- und abstossen) - vom Organisten allein bewältigt werden kann.

Besonders staunen muss ich immer wieder, wie die Orgel auch bei gut- oder vollbesetzter Kirche immer noch genügend "Druck" und Volumen erzeugt. Bruno Vergés, mein Vorgänger, nannte die Orgel übrigens eine "Allerweltsorgel", auf der sich fast alles spielen lasse, und dieser Bezeichnung kann ich nur beipflichten.

Erstaunlicherweise lassen sich aber auch auf kleineren Orgeln mit einigen Tricks erstaunliche Klangfarben und Effekte erzeugen. Mein Bestreben wird es daher sein, in loser Folge einige Registriertipps im "Organisten-Alltag" zu verraten.
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Die Kunst des Registrierens: Oktave tiefer oder höher
Januar 2013
Erstaunliche Wirkungen erhält man oft, wenn man ein oder auch mehrere Register eine oder sogar zwei Oktaven tiefer oder höher stimmt. Dazu muss man natürlich nicht die Pfeifen in der Orgel "umtischen", sondern man spielt dann halt eine Oktave höher oder tiefer.

In einem Choralvorspiel kann ein ruhiger cantus firmus - sofern er im Sopran liegt und mit der rechten Hand gespielt wird - auf dem Hauptwerk mit Principal 8' registriert werden. Alternativ könnte der c.f. auch mit dem Oktav 4' registriert werden (dieses Register ist oft etwas feiner und weniger "rauh" als der Principal 8' intoniert), man muss dann einfach eine Oktave tiefer spielen.

Bei Trios ist es oft lästig und körperverschleissend, wenn die linke Hand gleich hoch oder noch höher als die rechte Hand spielen muss. In diesem Fall empfiehlt es sich, für die 2. Stimme eine 4'-Registrierung zu wählen und dann eine Oktave tiefer zu spielen. (Zum Beispiel  Rohrflöte 4'  Flöte 2'  Larigot 1 1/3'  oder einfach nur  Principal 4' ).

Der erste Satz - Grave - aus Mendelssohns 2. Sonate tönt mit Labialregistern  16'  8'  4' besonders "schwer" und eindrücklich. Eine sehr ähnliche Wirkung erzielt man auf einer kleineren Orgel, indem man im Hauptwerk  Rohrflöte oder Spitzflöte 8'  Oktav 4'  Flöte 4'  Oktav 2'  nimmt und eine Oktave tiefer spielt. Das Pedal muss dann einfach kräftig genug sein; ohne Principal 8' im Pedal wird diese Registrierung komisch klingen.
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Wie spielt man die Orgel?
Januar 2013
In der 17-Uhr-Vesper vergangenen Silvester bereicherten Peter und Hans, zwei Trompeter, den Gottesdienst. Einige Tage zuvor probten wir. Hansens Frau und die zwei Grosssöhne waren auch dabei. Nach der Probe kamen sie auf die Empore und sahen sich die Orgel und das Spiel auf ihr an.

Am Abend fragte Hans seinen jüngeren Grossbuben (etwa zweijährig), wie denn das Instrument heisse, das der Markus gespielt habe. Der Bub antwortete: "Olgälä" ...

... und auf die Frage, wie die Orgel gespielt werde, stampfte der kleine Bub mit den Füssen auf dem Boden herum ...