Markus Aellig
Organisten-Alltag 2019
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Wo bleibt der Wind?
August 2019
Vor einiger Zeit spielte ich an einer Trauung in einer Kapelle im Oberwallis. Die historische Orgel von Josef Anton Carlen hat ein Manual mit kurzer Oktave (in der untersten Oktave sind nur die Töne C - D - E - F - G - A - B - H) und ein einoktaviges Pedal, ebenfalls mit kurzer Oktave. Die Wünsche des Brautpaares dagegen gingen eher in die moderne Richtung mit Songs von den Beatles u.ä.

Da dachte ich mir: "Das kann ja heiter werden; wie spielt man Popsongs auf einer Orgel, der die meisten Basstöne fehlen?". Ich fuhr deshalb in dichtestem Nebel frühzeitig über die Grimsel und war zwei Stunden vor der Trauung in der Kapelle, um mich gebührend vorbereiten zu können.

Diese Orgel hat zwei Bälge: Einen Balg, der "getrappt" werden kann, sowie einen weiteren Balg, den ein Gebläse mit Wind füllt. Die beiden Bälge sind rechts von der Orgel, und der Organist sieht deshalb immer, wieviel Wind noch im Balg steckt. Der Balg hat bekanntlich die Aufgabe, den Winddruck stabil zu halten.

Die Orgel hat eine hübsche Disposition und klingt allerliebst, gelegentlich sogar etwas "symphonisch" mit ihren weit mensurierten 8-Fuss-Registern, dem schwebend gestimmten Suavial und der weichen 4-Fuss-Flöte.

Die Disposition ist die Folgende:
Principal 8'   -   Copula 8'   -   Suavial 8' (schwebend gestimmt, ab c')   -   Oktave 4'   -   Flöte 4'   -  
Quinte 2 2/3'   -   Oktave 2'   -   Quinte 1 1/3'   -   Mixtur (mit Terz)   -   Subbass 16'
Ich bereitete die gewünschten Stücke (Viva la vida, Penny Lane, A whiter shade of pale, My Way, The Wedding, What a Wonderful World u.a.) vor, spielte sie einige Male durch und stellte dabei fest, dass bei vollgriffigem Spiel ziemlich schnell viel Wind verbraucht wurde,der Balg sich gefährlich nach unten senkte und der Winddruck auf der Kippe war. Dann spielte ich halt eine Zeitlang mehr staccato und "dünner", das heisst mit weniger Stimmen in den Akkorden, und der Balg füllte sich dann allmählich wieder. Und ich sagte mir: "Wunderbar! Das tönt ja ganz gut und nichts kann schiefgehen."

... Denkste! Bei der Trauung musste ich feststellen, dass sich der Balg jetzt viel schneller leerte. Ich wagte deshalb kaum mehr, vollgriffig zu spielen, schaute beim Traktieren der Orgel immer nach rechts zum Balg, machte bei fast leerem Balg längere Pausen oder Päuschen oder nahm einige Register weg oder spielte manchmal eine Oktave höher (hohe, kurze Pfeifen brauchen bekanntlich weniger Wind als tiefe, lange)... Es war recht anstrengend.

Ich vermute, dass die Stromversorgung in dieser Kapelle ampère-mässig eher unterdotiert ist. Eingeschaltete Lampen, die Lautsprecheranlage und weitere elektrische Helferchen haben vermutlich dazu geführt, dass der offenbar schon schwache Orgelmotor nicht genügend Saft erhielt und deshalb den Balg nur nach langer Pause wieder richtig aufblasen konnte.
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"Mis Plätzli" und "Ankebälli"
August 2019
Eine Kollegin erkundigte sich nach Orgelnoten zweier Jodellieder von Adolf Stähli. Diese würden offenbar gerne an Abdankungen gewünscht.

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Balsam für die Seele
Juli 2019
Zwischendurch ist es wohltuend, wenn ein so wohlwollender Bericht wie derjenige über das Midi-Musique-Konzert in der Deutschen Kirche in Murten erscheint. Vielen Dank, Herr Bruni! (Quelle: "Der Murtenbieter")

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Orgelnoten
Juli 2019
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Schwyzerörgeli und Kirchenorgel an der Abdankung
Juli 2019
Kürzlich spielte ich an einer Abdankung in Habkern. Der Verstorbene - ein entfernter Verwandter von mir - hatte Zeit seines Lebens Freude an Ländlermusik und Jodelliedern gehabt; und so wurde die Trauerfeier recht fröhlich mit Schwyzerörgeli und Jodelliedern gefeiert.

Zum Eingang erklang ein Ländler, zum Ausgang ein ruhiger Schottisch. Beide Stücke wurden gespielt von zwei Herren am Schwyzerörgeli und mir an der Kirchenorgel. Als Zwischenspiele erklangen auf der Orgel zwei Jodellieder.

Hören Sie doch mal die aparte Version von Schwyzerörgeli und Kirchenorgel.
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Landschaften und Orgelmusik (Videos)
Juli 2019
Ernst Münger aus Wimmis hat mir kürzlich vier ansprechende Videos geschickt. Er kombiniert darin schöne Landschaftsbilder und kurze Clips aus dem westlichen Berner Oberland mit auf der Orgel gespielten Jodelliedern. Mit seiner Erlaubnis veröffentliche ich diese Videos auf dieser Website.
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Neues Folklore-Album
Juni 2019
In den letzten Jahren haben sich bei mir zahlreiche Ländlersongs und Jodellieder angesammelt. Dazu kommt noch die "Berner Suite", die ich gelegentlich an Konzerten spiele. All diese Stücke habe ich in einem neuen Album zusammengefasst. Sie finden es hier.

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Konf und Karibik
Juni 2019
Es ist wieder Saison für Konfirmationen. Eine Klasse scheint gute Connections zur Karibik zu haben, denn gleich zwei Songs aus dieser Gegend wurden von den Könfelern als Gemeindelieder (sic!) ausgewählt. Als erstes der Banana Boat Song von Harry Belafonte, zudem Three Little Birds von Bob Marley.
Calypso und Reggae werden also die Konfirmation verschönern. Da ich nicht so reggaekundig bin, musste ich mich etwas ins Marley-Lied hineinhören und schrieb dann einige Takte auf. Es sieht komplizierter aus, als es zu spielen ist. Die ersten vier Takte des Intros habe ich ziemlich rhythmusgetreu aufgeschrieben. Die Viertel- und Achtelnoten in den Triolen werden allerdings nicht exakt 2:1 gespielt, sondern eher 8:5 oder 3:2. Die Triolen ab Takt 5 habe ich als "normale" Achtelnoten geschrieben. Das kann man ja auch besser lesen...

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Gospel auf der Orgel
Mai 2019
Kürzlich spielte ich an einem Gospel-Gottesdienst. Obwohl der GD-Besuch eher bescheiden war, sangen die Anwesenden die englischen Lieder überraschend kräftig, klangschön und mit innerem Feuer. Auf der Orgel hatte ich zusätzlich einige Stücke zu spielen. Das macht mir wenig Probleme, da ich gerne improvisiere.

Aber das tun ja nicht alle, und ich dachte mir, wie schön es doch wäre, wenn frau und man an der Orgel einige hübsche Gospelstücke nach Noten spielen könnten. Ich werde deshalb in nächster Zeit einige Stücke auf die Website laden.
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Der Frufra
Mai 2019
Heute lesen Sie eine ganz LAAAAANGE Geschichte, Aber es war ja auch ein langer Sonntag...

Wissen Sie, was ein "Frufra" ist? Nun, ich habe ihn kürzlich an einem Sonntag mit zwei Gottesdiensten zelebriert. Wobei es manchmal Sonntage gibt, die der Organist am besten schnellstmöglich vergisst; und das war so einer.

Folgendes trug sich zu: Am Morgen begab ich mich frühzeitig in die Kirche, um mich vorzubereiten. Und es ging ja auch alles gut. Dann kann eine Kirchenbesucherin früh in die Kirche, schwatzte etwas mit der Sigristin, und das war alles okay. Plötzlich jedoch hörte ich einen Urschrei, vermittels dessen die Kirche und mein Rückenmark bis ins Innerste erschüttert wurden. Wie sich später herausstellte, war die Kirchenbesucherin versehent-lich auf eine Blindschleiche getreten und hatte sie so in den Echsenhimmel geschickt.

Was hat denn ein Blindschleiche in einer Kirche verloren? Item, es war, wie es war, und ein kleiner Bube weinte herzzerreissend ob der toten Blindschleiche. Ich verliess dann die Kirche, um an der frischen Luft mit einer Zigarette meinen Blutdruck etwas auf normal zu bringen. Schliesslich war eine Taufe angesagt, und einige Mitglieder der Tauffamilie wollten ein Liedchen mit Orgel-begleitung für den Täufling singen. Das Liedchen hatte ich notabene tags zuvor nach Gehör von YouTube während 1½ Stunden für Orgel arrangiert.

Die Sängerinnen und Sänger kamen also, stellten sich im Chor der Kirche auf, und ich begann in der von ihnen gewünschten Tonart des Liedchens Vorspiel zu spielen und wartete im 8. Takt auf den Einsatz der Gesangsgruppe. Nichts geschah. Irgendwie setzten sie immer erst im 9. Takt ein. Nun, ich bin ja ein ausgemusterter Profi und hätte ohne weiteres einen Zusatztakt einbauen können, um den Einsatz mit der Gruppe zu harmonisieren.


Das Dumme war nur, dass die 5 singenden Personen in ebensovielen Tonarten zu singen begannen und sich einfach nicht auf eine Tonart einigen konnten. Können Sie sich diesen vielstimmigen, aber unharmonischen Gesang vorstellen? Wir pröbelten noch etwas herum, verschoben die Tonart etwas hinauf, aber die Musik blieb, wie sie war, nämlich hexatonal (1 Tonart von der Orgel, 5 Tonarten von der Gesangsgruppe). Am Schluss empfahl ich der Singgruppe, das Lied sine organo, also quasi a cappella zu singen.

*   *   *   *   *
Dann war noch in einer anderen Kirche ein Abendgottesdienst mit Beginn um 19 Uhr angesagt. Ich wollte vor dem Gottesdienst noch üben und dachte mir...
"Der Chor kommt vermutlich um 18 Uhr zur Probe oder frühestens um 17.30 Uhr." Ich schaute also, dass ich um 16 Uhr in der Kirche war und rechnete mir mindestens 1¼ Stunden ungestörter Vorbereitung aus. Dummerweise rauschte bereits um 16.30 Uhr die Dirigentin in die Kirche und erklärte, der Chor probe ab 16.45 Uhr. Ich war dann natürlich etwas perplexisiert und frustriert, denn niemand hatte mich über diesen überfrühen Beginn der Chorprobe informiert.

Ich begab mich halt dann schnurstracks nach Spiez ins McDonalds und kaufte dort einen Big Tasty Bacon. Der Laden war voll, und um das Personal nicht allzu sehr zu stressen, verzichtete ich darauf, Plasticwerkzeug zwecks manierlicher Nahrungs-aufnahme zu verlangen. Ich ass also den BTB von Hand, und wie das so geht, kann sich vernutlich jede und jeder vorstellen, der schon einmal im McDonalds gespiesen hat.

Und jetzt - Sie ahnen es schon - kommt des merkwürdigen Wortes Erklärung. Ich war also frustriert, davon kommt Frust respektive "Fru" als Abkürzung. Im McDonalds konnte ich den Burger mangels Werkzeug nicht essen, sondern musste ihn regelrecht fressen. Dort also hatte ich meinen Frass respektive Fra".

Die Sauce tropfte mir übers Kinn (ich habe dort ein Grübchen; da bleibt immer besonders viel Sauce kleben), das matschige Fleisch fiel in grossen Brocken aus den noch matschigeren Brothälften, der Salat verteilte sich ringsherun, der Käse sah aus wie eine vergorene Béchamelsauce und die Tomaten ass... pardon frass ich mit Wonne von Hand. Schade, machte ich kein Selfie. Aber ich konnte ja nicht. Erstens habe ich kein XY-Phone und zweitens hätte ich dem Gerätchen mit meinen fettigen und verschmierten Fingern keine Freude gemacht.

Aber es gibt ja den Photoshop. Ich habe mir erlaubt, damit eine amateurhafte Collage zu erstellen und sie Ihnen augenzwinkernd zu präsentieren.
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Neue Hörbeispiele
Mai 2019
In der Kirche Wimmis nahm ich einige Stücke auf. Zuhause stellte ich beim Anhören dieser Musik fest, dass die Orgel ziemlich viele Nebengräusche erzeugt. Diese kommen vor allem von der rein pneumatischen Registertraktur. Schon wenn ich nur ein Register ein- oder ausschalte, ist ein relative starkes Klopfen zu hören. Wenn ich gar von Kombination A auf Kombination B wechsle, "hudlet" es die Empore ziemlich gewaltig. Und da die Kirche klein ist, sind alle Töne und Geräusche ohnehin direkter und besser zu hören als in einer grossen Kirche mit einigem Nachhall.

Henusode. Sie können sich die Stücke trotzdem anhören. Klicken Sie einfach auf den Titel:

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Pater noster sine verbis   (Unser Vater ohne Worte)
Mai 2019
Vor kurzem erlebte ich an einer Trauung etwas recht Erschröck-liches. Nach dem Fürbittegebet wäre das "Vater unser" zu beten gewesen, aber es herrschte eine beinahe gespenstische Stille in der Kirche. Einzig die Pfarrperson sowie einige ältere Damen und Herren beteiligten sich am Gebet; das Gros der zahlreichen schön gekleideten, festlich gestimmten und gut gelaunten Hochzeitsgäste blieb stumm.

Ich habe schon oft erlebt, dass bei Konfirmationen oder Trauungen kaum mehr gesungen wird. Das beinahe lautlose Unser Vater hingegen, DAS - potzuuusig - war eine Première.
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Der Kirchenchor Wimmis sucht eine Dirigentin / einen Dirigenten
Mai 2019
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Muttertagskonzert 2019: Hörbeispiele
Mai 2019
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"Morgenstimmung" und "Åses Tod" von Edvard Grieg auf der Orgel
Mai 2019
Beim letzten Konzert in Wimmis spielte ich diese zwei Stücke. Die Orgel dort ist von Orgelbau Genf AG, hat ein Schwellwerk und drei freie Kombinationen. Die "Morgenstimmung" habe ich selber für die Orgel arrangiert, "Åses Tod" hingegen spielte ich aus Das rote Album (Hits for Organ I) vom Carus-Verlag. Das letztere Stück ist in h-moll und tönte auf der Wimmiser-Orgel ziemlich übel, da das Instrument ungleichstufig temperiert gestimmt ist.

Ich schrieb das Stück deshalb ins Sibelius-Notenprogramm und transponierte es einen Halbton hinauf, also nach C-Moll. So tönte es viel besser; ausserdem konnte ich so die tiefen Töne in den Manualen und im Pedal einsetzen und dem Stück den gewünschten düsteren Klang verleihen.

Nach einigem Herumprobieren gelang es mir sogar, die beiden Stücke aus der Peer-Gynt-Suite ohne Hebamme - also ohne Registrierhilfe - zu spielen. Ich habe die zwei Stücke mit den exakten Registrieranweisungen auf diese Homepage geladen. Sie finden Sie wie üblich unter Spielen-Noten oder indem Sie auf den untenstehenden Titel klicken.

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Ein liebenswürdiges Email
April 2019
Kürzlich erhielt ich ein sehr liebes und auch zum Nachdenken anregendes Email von einem Predigtbesucher in Wimmis (der Text wurde leicht abgeändert):
Ich gehe gerne ab und zu in den Gottesdienst, einfach weil ich da ein Zuhause habe. Sie, Herr Aellig, verschönern jeden Gottesdienst mit dem Orgelspiel! Ich muss sagen, ich verstehe von Musik überhaupt nicht viel. Aber so, wie Sie Orgel spielen, ist es genau so, wies mir gefällt, wunderbar.

Habe von einer üblen Rücken O.P. Tag und Nacht einen brennenden Schmerz, dem nur mit MST (einem Opiat) beizukommen ist. Besonders Sitzen und Stehen sind sehr schmerzhaft. Der Gottesdienst und das Orgelspiel bewirken, dass der Schmerz nicht mehr relevant ist, das entspricht ca. 20 mm. Morphium! Da spart also die Krankenkasse jedes mal noch Geld.

Jetzt hab ich eure Website gefunden! Ihre Orgel-Musik dort kann ich nun liegend hören, das ist prächtig. Ja mir gehts eigentlich ganz gäbig. Nun habt ihr beide bemerkt, dass ich nicht Schriftsteller bin. Aber ich möchte Dir, Sarah, und dem Herr Aellig einmal Merci sagen. Und dem Herrgott, dass es euch gibt.

Mit freundlichen Grüßen
XYZ


Ich schrieb dann zurück:
Lieber Herr XYZ

Vielen Dank für Ihr Email. Es ist schön, dass die Musik und überhaupt der ganze Gottesdienst Ihnen guttun und Sie von Ihren Schmerzen ablenken.

Im Mai oder Juni werden Klima und Temperatur etwas orgelfreundlicher sein. Ich habe mir für diese Zeit vorgenommen, wieder einmal einige Orgelstücke aufzunehmen und auf meiner Website zu publizieren. Wenn Sie möchten, kann ich dann einige Ihrer Lieblingsstücke auf CD brennen, so dass Sie die Musik auch auf Ihrer Heimanlage abspielen können.

Freundliche Grüsse
Markus Aellig
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Die Jodlerchilbi an der Abdankung   oder   Ein Hoch auf den Konjunktiv
März 2019
Es ist immer wieder frappant, wie bei Abdankungen spezielle Wünsche und / oder Forderungen an die Organistin und den Organisten oder ganz einfach - wenn ich mich einer korrekten und zeitgemässen Ausdrucksweise befleissigen täte - "an die orgelspielende Person" oder sogar (sehr korrekt) "an das orgelspielende menschliche Wesen" gestellt werden.

Im Vordergrund stehen sehr oft Jodellieder, deren es ja in unserem herzigen Schweizer Lande überaus viele gibt. Dabei ist bemerkenswert, dass die Wünsche der Trauerfamilie IMMER über die Pfarrperson dem "orgelnden Humanoiden" mitgeteilt werden. Früher hätte man sagen können: Die Pfarrperson drückt im Auftrag der Trauerfamilie die Knöpfe an der "Wurlitzer Box", und diese (die Box) produziere dann beflissen die gewünschten Akustikereignisse.

Also geht das "orgelspielende Seiende", das ja alle Wünsche der Trauerfamilie ernst nimmt oder nehme, ans Werk und jödelet und blödelet, pardon "bödelet" chilbimässig und fleissig auf der Orgel, dass es eine wahre Freude ist und die Edelweisse und Enziane beinahe zu hören ...äh sehen sind, und die Trauergemeinde erblickt innerlich nahdisnah, wie die Chueli vom saftigen Bergkräuterbuffet naschen und der Muni übermütig über die Steinhaufen gumpet und später der Mond aufgeht und die Sennen noch vor dem Stafel tubäkle und...

Hier ein Müschterli einer mir via Pfarrperson übermittelten Abdankungsfeiermusikstückwunschliste:

Lieber Markus

Im Anhang findest du die erste Version des Ablaufs Abdankung vom XYZ. Es muss noch klar werden, ob der Jodlerklub dabei ist oder nicht.

Die Angehörigen bitten dich und wären glücklich, wenn du bei Eingangs- und Ausgangsspiel folgende Jodellieder «einbauen» könntest: «E gschänkte Tag» und «Mis Älpli» von Adolf Stähli.

Für das kurze Zwischenspiel nach dem Lebenslauf-Teil wünschen sie sich «Am Thunersee» von Adolf Stähli.

Ich hoffe, das stimmt so für dich? Sobald klar ist, ob der Jodlerklub dabei ist, schicke ich dir den definitiven Ablauf.

Liebe Grüsse
...
Und nach der Abdankung schleicht das "georgelt Habende" zur Kirche hinaus und denkt, wie schön es doch wäre, eine auch nur klitzekleine Reaktion von der Trauerfamilie zu erhalten; dass vielleicht jemand von der Trauerfamilie vorbei käme und seine Zufriedenheit mit dem Gehörten ausdrückte oder vielleicht sogar "Merci" sagte oder wenigstens ein der sonst überallhin verschickten Danksagunsformulare irgendwann im Briefkasten landete oder .....

Man möge den etwas weinerlich-ruppigen Ton obiger Zeilen entschuldigen. Aber jahrzehntelange Erfahrung in dieser Sache prägen halt.
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Die «Marche funèbre» von Frédéric Chopin
Februar 2019
Dieses Stück eignet sich trotz seiner Länge als Eingangs- oder Zwischenspiel an Abdankungen. Bei Bedarf kann es ja gekürzt werden. Was "man/frau" haben sollte, ist eine Orgel mit freien Kombinationen oder Setzer. Auf einer Stöpselorgel wüsste ich beim besten Willen nicht, wie das Stück ohne Hilfe eines Registranten realisiert werden könnte.

Bitte klicken Sie auf die Hände, um das Notenbeispiel ansehen zu können.
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Maurice Ravels «Bolero» im Einkaufszentrum
Februar 2019
Kürzlich entdeckte ich auf YouTube eine herrliche Version.
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«Halleluja» von Cohen/Pentatonix für Orgel
Januar 2019
Bekanntlich gibt es hierzulande drei Typen von Orgeln, zumindest was das Registrieren und den Spieltisch betrifft:
1. Orgel mit Setzer. Dies erlaubt die Speicherung von endlos vielen Registrierungen.

2. Orgel mit 2-3 freien Kombinationen. Dies erlaubt die Vorbereitung von 2-3 Registrierungen. Ausserdem kann während dem Spiel eine unbenutzte Kombination neu registriert werden.

3. Stöpselorgel. Hierbei kann NICHTS vorbereitet werden, sofern man nicht mindestens eine "Hebamme" (Registrant/Registrantin) zu Hilfe zieht. Allenfalls kleine Änderungen sind möglich, wenn nur eine Hand spielt.
Kürzlich spielte ich den hübschen Song Halleluja" von Leonard Cohen als Zwischenspiel. Das war während eines Allianz-Gottesdienstes, und vor meinem Zwischenspiel war heisser Sound und temperamentvoller Gesang zu hören. Um mein ruhiges Halleluja stilgerecht einbetten zu können, spielte ich vor dem Song eine eher kurze, improvisierte Überleitung. Sie können sich das Ganze hier anhören. Die Tonqualität ist passabel, und dass ich zwischendurch ziemlich schneller wurde, mögen Sie mir verzeihen.

Während ich so spielte, dachte ich mir, wie schöne es doch wäre, wenn sich dieser Song mit moderaten Registeränderungen auch auf einer Stöpselorgel - aber ohne Hebamme, also ohne fremde Hilfe - spielen liesse. Und so vereinfachte ich das Stück etwas und versah es mit ziemlich genauen Registrierungsanweisungen. Sie finden dieses Notenbeispiel hier.
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Orgelmatinée in Gerzensee mit Theo Geissbühler
Januar 2019
Theo Geissbühler, Organist in Gerzensee, hat mir kürzlich einen sehr netten Brief geschickt und sich für die Verwendung zweier Arrangements von dieser Website bedankt. Ich gebe den Dank gerne an ihn weiter und ermuntere Sie, die letzte Orgelmatinée von Herrn Geissbühler am 27. Januar zu besuchen.
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s Guggerzytli
Januar 2019
Kürzlich fragte mich ein Kollege an, ob ich die Noten zum bekannten Volkslied hätte. Da ich Im Internet nicht fündig wurde, schrieb ich das Lied skizzenhaft auf. Das Stück finden Sie wie üblich unter Spielen - Noten oder direkt hier.

Als akustische Vorlage nahm ich eine hübsche und vermutlich eher ältere Aufnahme, die Sie sich auf YouTube anhören können.

Und hier noch der Liedtext:
Gohn i zum Grosi übers' Land
so chunnt mer immer z' Sinn,
das Guggerzytli a de Wand
wo's hätt im Stübli drin,
los Büebli hätt s'Grosmüeti gseit,
het zittered mit de Hand,
das Guggerzytli hanged scho
viel Johr a dere Wand,

Guggu….
Am Morge brüeled d'Kue muh, muh,
dä Bäri bällt wau, wau,
und denn ganz liis guggu guggu,
chunnt's Guggerzytli au,
es hätt mer künnt viel Freud und Leid,
viel Schtunde schön und bang.
Drum heb em sorg dass nid verheit,
i läbti nümme lang.

Guggu….
Nöd Gold und Silber mues i ha
um chönne glücklich d'si,
wenn i mis Guggerzytli ha
und non es Gläsli Wii,
und chunt mis letschti Stündli dra,
so hani nu die Bitt,
o gemer doch i d'Ewigkeit
mis Guggerzytli mit.

Guggu...
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Musikwünsche an einer Trauung
Januar 2019
Im Mai werde ich an einer Trauung spielen. Die Wünsche des Brautpaars sind so exotisch wie amüsant wie arbeitsintensivst. Ich zitiere aus dem Email der Braut an die Pfarrerin:

Hallo ...
Anbei sende ich dir noch die Ideen von unseren Musikwünschen. Die Videos sind nur Beispiele.
Liebe Grüsse ...

Vorspann 20th Centery Fox und Star Wars Theme (John Williams) bis ca min 1:40/2:00
https://youtu.be/5Jc0fxj9XT4

Halleluja Orgel
https://youtu.be/130_AH_lEPs

Ave Maria (Schubert) Orgel
https://youtu.be/LuDHTfNYXpE

Kiss from a Rose (Seal) Orgel
https://youtu.be/zBhxTWsVvgk
https://youtu.be/RApYELCEwjI

River Flows In You (Yiruma) Orgel
https://youtu.be/nFPvHUBqYio
https://youtu.be/LyTBCaCnYco

Zelda Theme Orgel
https://youtu.be/iMgtubmz1JY

Von meinem iPhone gesendet
Na, dann werde ich mich zu gegebener Zeit ans Werk machen:
▶   2-4 Songs von YouTube abschreiben; das dauert pro Song rund 3 Stunden.
▶   Die Songs ausdrucken und auf der Orgel einrichten; das dauert pro Song rund 1 Stunde.
▶   Die Songs üben; das dauert pro Song mindestens 1 Stunde.
▶   Zweimal nach XYZ fahren und zurück; Das dauert 2 Stunden.
▶   Dann kommt noch die Trauung; die dauert 1 Stunde.
Am Schluss wird mir die Trauung einen Zeitaufwand von mindestens 23 Stunden abverlangt haben, und von der Kirchgemeinde werde ich ein Honorar von rund 200 Franken erhalten. Das gibt - nach Abzug der Spesen - einen an Homöopathie erinnernden Stundenlohn.

Natürlich könnte ich den Job auch ablehnen. Das wäre vielleicht gscheiter.