Markus Aellig
Organisten-Alltag 2019
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Die Jodlerchilbi an der Abdankung   oder   Ein Hoch auf den Konjunktiv
März 2019
Es ist immer wieder frappant, wie bei Abdankungen spezielle Wünsche und / oder Forderungen an die Organistin und den Organisten oder ganz einfach - wenn ich mich einer korrekten und zeitgemässen Ausdrucksweise befleissigen täte - "an die orgelspielende Person" oder sogar (sehr korrekt) "an das orgelspielende menschliche Wesen" gestellt werden.

Im Vordergrund stehen sehr oft Jodellieder, deren es ja in unserem herzigen Schweizer Lande überaus viele gibt. Dabei ist bemerkenswert, dass die Wünsche der Trauerfamilie IMMER über die Pfarrperson dem "orgelnden Humanoiden" mitgeteilt werden. Früher hätte man sagen können: Die Pfarrperson drückt im Auftrag der Trauerfamilie die Knöpfe an der "Wurlitzer Box", und diese (die Box) produziere dann beflissen die gewünschten Akustikereignisse.

Also geht das "orgelspielende Seiende", das ja alle Wünsche der Trauerfamilie ernst nimmt oder nehme, ans Werk und jödelet und blödelet, pardon "bödelet" chilbimässig und fleissig auf der Orgel, dass es eine wahre Freude ist und die Edelweisse und Enziane beinahe zu hören ...äh sehen sind, und die Trauergemeinde erblickt innerlich nahdisnah, wie die Chueli vom saftigen Bergkräuterbuffet naschen und der Muni übermütig über die Steinhaufen gumpet und später der Mond aufgeht und die Sennen noch vor dem Stafel tubäkle und...

Hier ein Müschterli einer mir via Pfarrperson übermittelten Abdankungsfeiermusikstückwunschliste:

Lieber Markus

Im Anhang findest du die erste Version des Ablaufs Abdankung vom XYZ. Es muss noch klar werden, ob der Jodlerklub dabei ist oder nicht.

Die Angehörigen bitten dich und wären glücklich, wenn du bei Eingangs- und Ausgangsspiel folgende Jodellieder «einbauen» könntest: «E gschänkte Tag» und «Mis Älpli» von Adolf Stähli.

Für das kurze Zwischenspiel nach dem Lebenslauf-Teil wünschen sie sich «Am Thunersee» von Adolf Stähli.

Ich hoffe, das stimmt so für dich? Sobald klar ist, ob der Jodlerklub dabei ist, schicke ich dir den definitiven Ablauf.

Liebe Grüsse
...
Und nach der Abdankung schleicht das "georgelt Habende" zur Kirche hinaus und denkt, wie schön es doch wäre, eine auch nur klitzekleine Reaktion von der Trauerfamilie zu erhalten; dass vielleicht jemand von der Trauerfamilie vorbei käme und seine Zufriedenheit mit dem Gehörten ausdrückte oder vielleicht sogar "Merci" sagte oder wenigstens ein der sonst überallhin verschickten Danksagunsformulare irgendwann im Briefkasten landete oder .....
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Die «Marche funèbre» von Frédéric Chopin
Februar 2019
Dieses Stück eignet sich trotz seiner Länge als Eingangs- oder Zwischenspiel an Abdankungen. Bei Bedarf kann es ja gekürzt werden. Was "man/frau" haben sollte, ist eine Orgel mit freien Kombinationen oder Setzer. Auf einer Stöpselorgel wüsste ich beim besten Willen nicht, wie das Stück ohne Hilfe eines Registranten realisiert werden könnte.

Bitte klicken Sie auf die Hände, um das Notenbeispiel ansehen zu können.
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Maurice Ravels «Bolero» im Einkaufszentrum
Februar 2019
Kürzlich entdeckte ich auf YouTube eine herrliche Version.
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«Halleluja» von Cohen/Pentatonix für Orgel
Januar 2019
Bekanntlich gibt es hierzulande drei Typen von Orgeln, zumindest was das Registrieren und den Spieltisch betrifft:
1. Orgel mit Setzer. Dies erlaubt die Speicherung von endlos vielen Registrierungen.

2. Orgel mit 2-3 freien Kombinationen. Dies erlaubt die Vorbereitung von 2-3 Registrierungen. Ausserdem kann während dem Spiel eine unbenutzte Kombination neu registriert werden.

3. Stöpselorgel. Hierbei kann NICHTS vorbereitet werden, sofern man nicht mindestens eine "Hebamme" (Registrant/Registrantin) zu Hilfe zieht. Allenfalls kleine Änderungen sind möglich, wenn nur eine Hand spielt.
Kürzlich spielte ich den hübschen Song Halleluja" von Leonard Cohen als Zwischenspiel. Das war während eines Allianz-Gottesdienstes, und vor meinem Zwischenspiel war heisser Sound und temperamentvoller Gesang zu hören. Um mein ruhiges Halleluja stilgerecht einbetten zu können, spielte ich vor dem Song eine eher kurze, improvisierte Überleitung. Sie können sich das Ganze hier anhören. Die Tonqualität ist passabel, und dass ich zwischendurch ziemlich schneller wurde, mögen Sie mir verzeihen.

Während ich so spielte, dachte ich mir, wie schöne es doch wäre, wenn sich dieser Song mit moderaten Registeränderungen auch auf einer Stöpselorgel - aber ohne Hebamme, also ohne fremde Hilfe - spielen liesse. Und so vereinfachte ich das Stück etwas und versah es mit ziemlich genauen Registrierungsanweisungen. Sie finden dieses Notenbeispiel hier.
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Orgelmatinée in Gerzensee mit Theo Geissbühler
Januar 2019
Theo Geissbühler, Organist in Gerzensee, hat mir kürzlich einen sehr netten Brief geschickt und sich für die Verwendung zweier Arrangements von dieser Website bedankt. Ich gebe den Dank gerne an ihn weiter und ermuntere Sie, die letzte Orgelmatinée von Herrn Geissbühler am 27. Januar zu besuchen.
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s Guggerzytli
Januar 2019
Kürzlich fragte mich ein Kollege an, ob ich die Noten zum bekannten Volkslied hätte. Da ich Im Internet nicht fündig wurde, schrieb ich das Lied skizzenhaft auf. Das Stück finden Sie wie üblich unter Spielen - Noten oder direkt hier.

Als akustische Vorlage nahm ich eine hübsche und vermutlich eher ältere Aufnahme, die Sie sich auf YouTube anhören können.

Und hier noch der Liedtext:
Gohn i zum Grosi übers' Land
so chunnt mer immer z' Sinn,
das Guggerzytli a de Wand
wo's hätt im Stübli drin,
los Büebli hätt s'Grosmüeti gseit,
het zittered mit de Hand,
das Guggerzytli hanged scho
viel Johr a dere Wand,

Guggu….
Am Morge brüeled d'Kue muh, muh,
dä Bäri bällt wau, wau,
und denn ganz liis guggu guggu,
chunnt's Guggerzytli au,
es hätt mer künnt viel Freud und Leid,
viel Schtunde schön und bang.
Drum heb em sorg dass nid verheit,
i läbti nümme lang.

Guggu….
Nöd Gold und Silber mues i ha
um chönne glücklich d'si,
wenn i mis Guggerzytli ha
und non es Gläsli Wii,
und chunt mis letschti Stündli dra,
so hani nu die Bitt,
o gemer doch i d'Ewigkeit
mis Guggerzytli mit.

Guggu...
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Musikwünsche an einer Trauung
Januar 2019
Im Mai werde ich an einer Trauung spielen. Die Wünsche des Brautpaars sind so exotisch wie amüsant wie arbeitsintensivst. Ich zitiere aus dem Email der Braut an die Pfarrerin:

Hallo ...
Anbei sende ich dir noch die Ideen von unseren Musikwünschen. Die Videos sind nur Beispiele.
Liebe Grüsse ...

Vorspann 20th Centery Fox und Star Wars Theme (John Williams) bis ca min 1:40/2:00
https://youtu.be/5Jc0fxj9XT4

Halleluja Orgel
https://youtu.be/130_AH_lEPs

Ave Maria (Schubert) Orgel
https://youtu.be/LuDHTfNYXpE

Kiss from a Rose (Seal) Orgel
https://youtu.be/zBhxTWsVvgk
https://youtu.be/RApYELCEwjI

River Flows In You (Yiruma) Orgel
https://youtu.be/nFPvHUBqYio
https://youtu.be/LyTBCaCnYco

Zelda Theme Orgel
https://youtu.be/iMgtubmz1JY

Von meinem iPhone gesendet
Na, dann werde ich mich zu gegebener Zeit ans Werk machen:
▶   2-4 Songs von YouTube abschreiben; das dauert pro Song rund 3 Stunden.
▶   Die Songs ausdrucken und auf der Orgel einrichten; das dauert pro Song rund 1 Stunde.
▶   Die Songs üben; das dauert pro Song mindestens 1 Stunde.
▶   Zweimal nach XYZ fahren und zurück; Das dauert 2 Stunden.
▶   Dann kommt noch die Trauung; die dauert 1 Stunde.
Am Schluss wird mir die Trauung einen Zeitaufwand von mindestens 23 Stunden abverlangt haben, und von der Kirchgemeinde werde ich ein Honorar von rund 200 Franken erhalten. Das gibt - nach Abzug der Spesen - einen an Homöopathie erinnernden Stundenlohn.

Natürlich könnte ich den Job auch ablehnen. Das wäre vielleicht gscheiter.