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USA West
Sonntag, 13. September
Westcliffe  -  Rocky Mountains  -  Black Canyon
 
Wo die Prärie in die Rocky Mountains übergeht
Das Wetter scheint sich zu bessern. Die in Amerika allgegenwärtigen Hasen hoppeln auf dem Zeltplatz unher und lassen sich durch der Menschen Nähe wenig stören. Wir verlassen den trotz seiner Nähe zur Autobahn lauschig wirkenden KOA und fahren durch den San Isabel National Forest in die Berge und zum weiten, stillen Wet Valley.
 
Fahrt ins Wet Valley
Westcliffe
Im reizenden Westernstädtchen Westcliffe stärken wir uns mit einen Lunch bei einer ursprünglich aus Schweden stammenden Wirtin. Die Strasse geht dann weiter ins enge Arkansas River Valley hinunter, und im gepflegten Touristenort Salida versorgen wir uns mit Benzin, Zigaretten und Kaffee.
Salida
 
 
Auf dem Monarch Pass
Die US-50 führt west- und aufwärts, durch Herbstwälder und an stillgelegten Minen vorbei, bis zum Monarch Pass, der mit seinen knapp 3400 m Höhe ungefähr so hoch wie die dortige Waldgrenze liegt. Weite Wälder und erhabene Berge - darunter einige Fourteeners - sind hier zu sehen. Steil geht es dann abwärts, schliesslich erreichen wir Gunnison und freuen uns auf die bevorstehende Fahrt zum Black Canyon. Die US-50 führt uns durch die recht wilde Curecanti NationalRecreation Area. Dort, wo die Strasse das Blue Mesa Reservoir überquert, parkieren wir und machen uns auf den Trail zu den Dillon Pinnacles, der mit seinen 4 Meilen Länge eine eher kurze, aber reizvolle Wanderung erlaubt.
 
Dillon Pinnacles
 
Danach fahren wir bis kurz vor Montrose und biegen dann rechts ab zum Nationalpark Black Canyon of the Gunnison, der in seiner Schroffheit selbst in den USA seinesgleichen sucht. Eine ungeheuer steile Strasse führt hinunter bis zum Canyon-Boden, wo ein lauschiger Zeltplatz mit Tischen, Feuerstellen und Plumpsklo auf uns wartet. Ein einsamer Fischer (?) schleicht in der Dunkelheit an uns vorbei und erschreckt uns fast zu Tode, obwohl ich ja wissen sollte, dass der Aufenthalt auf solchen Primitiv-Campgrounds irgendwo in der frei-wilden amerikanischen Natur in aller Regel höchste Sicherheit bietet (bis auf die Bären, Mountain Lions, Klapperschlangen und andere Viecher...)

Wir entfachen ein riesiges Lagerfeuer, kochen unsere wie hausgemacht schmeckende Campbell Büchsensuppe und freuen uns auf ein lauschig-romantisches Dinner bei Kerzenlicht. Doch da rumpelt es plötzlich, Blitze zucken durch den Canyon, und es beginnt ungeheuerlich zu regnen. Wir nehmen die Pfanne samt Suppe vom Gaskocher und hasten zum Eingang vor dem Plumpsklo, wo wir unsere Suppe "am Schärme" auslöffeln können. Den abschliessenden Whisky geniessen wir - bei nachlassendem Regen - etwas später am Gunnison River.