Markus Aellig
Organisten-Alltag 2022
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«Am Louenesee» als Notenbeispiel
April 2022
Ein Organistenkollege, der gelegentlich Klavier im Altersheim spielt, wünscht sich eine Version vom bekannten Song der Gruppe Span.

Und hier ist sie, als leichte Fassung für Klavier.
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Die Pfarrerin als Bauchrednerin
April 2022
Seit rund 50 Jahren spiele ich regelmässig im Gottesdienst und habe dabei schon allerhand gehört, gesehen und erlebt. Aber noch nie ist eine Pfarrperson während einer Predigt als Bauchrednerin oder Bauchredner aufgetreten. (Ältere Semester erinnern sich vielleicht noch an Kliby und Caroline. Der Bauchredner Urs Kliby und seine Eselspuppe sind Schweizer Legenden und traten in unzähligen Radio- und Fernsehsendungen auf.)

Sarah Müller, unsere charismatische, fantasie- und liebevolle Pfarrerin in Wimmis hatte kürzlich ziemlich viele Kinder im Gottesdienst, und diese Kinder blieben auch bis zum Ende in der Kirche. Lärm und Unruhe waren also zu erwarten, und um die Kinder einzubeziehen und zu fesseln, hatte Sarah vorgängig eine Puppe auf der Kanzel bereitgestellt.

Da stieg also Sarah nach den Taufen auf die Kanzel hinauf, ergriff mit der linken Hand die Puppe, bewegte mit den Fingern den Mund der Puppe auf und zu, und es begann ein Zwiegespräch zwischen der Puppe - von Sarah gekonnt mit krächzender Stimme vorgetragen - und ihr als ganz "normaler" Pfarrerin mit ihrer normalen Stimme.

Eines kann ich Ihnen sagen: Die Kinder (und auch die Erwachsenen) waren sofort fasziniert von dem Schau- und Hörspiel oben auf der Kanzel! Vielen Dank, liebe Sarah, für diese originelle Idee!
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Long Covid
März 2022
Long Covid ist eine Krankheit mit vielen Symptomen. Die Forschung steckt - wenn überhaupt - noch in den Kinderschuhen. Patienten warten bis heute vergeblich auf Heilung oder zumindest Linderung ihrer zahlreichen Beschwerden.

Meine Tochter Alexandra ist eine liebenswürdige, unternehmungslustige und naturliebende Frau. 30 Jahre alt. Sie wandert gerne, besuchte vor Corona jede Menge Rock-Konzerte und - Festivals, liebt den Bauchtanz, ist künstleisch begabt und unternimmt gerne etwas mit ihren Freundinnen und Kollegen. Letzten Herbst erkrankte sie am Coronavirus. Die Erkrankung mutierte dann zum Long Covd. Seitdem ist Alexandra nur noch ein Schatten ihrer selbst. Sie schreibt:
30.03.2022
Momentane Lage und Symptome
Hallo meine lieben Mitleidensgenossen.
Ich wollte mal ein Update zu meiner momentanen Lage machen. Zuerst möchte ich sagen, dass ich gemerkt habe, dass es bei mir immer weniger braucht und ich immer schneller einen Crash, also eine körperliche / kognitive Überforderung erleide, leider.
Ich achte sehr aufs Pacing und versuche, meinem Körper die Ruhe zu geben, die er braucht. Auch versuche ich immer, in mich hinein zu spüren, und das zu machen, was mein Körper gerade will. Leider klappt das auch nicht immer so, wie es scheint.
Zu meiner jetzigen Lage:
Seit einer Woche ca. schlafe ich täglich etwa 9 Stunden. Wenn ich dann aber aufwache, fühle ich mich immer noch extrem müde - ähnlich wie nach einer Tiefschlafphase - und könnte noch weiter schlafen. Aber irgendwann muss man ja aufstehen. Ich brauche etwa 1 Stunde im Bett, bis ich dann aufstehe, damit die Müdigkeit erstmals nachlässt, und auch um mich an die aufrechte Haltung zu gewöhnen.
Am Morgen (bei mir also eigentlich mittags, da ich so lange schlafe) hat mein Körper recht Mühe mit der aufrechten Lage beim Hocken, Laufen usw. Das zieht sich den ganzen Tag so hin. Nicht immer gleich extrem; abends fühl ich mich am besten. Es ist schwierig zu beschreiben. Auf jeden Fall ist es sehr unangenehm und fühlt sich an, als ob mein ganzes System (Körper, Kreislauf, ev. auch das Nervensystem) spinnt.
Habt Ihr das auch? Hilft etwas? Für mich ist es schon beängstigend. Solche Symptome hatte ich zuletzt nach meiner Akutinfektion, da war schon kurzes Fahren im Bus oder Warten beim Arzt katastrophal für mich. Ich fühlte mich so mies, als ob ich gleich umkippen würde. Wie ein Zittern im ganzen Körper, habe grelles Licht und Lärm auch gar nicht vertragen.
Nebenbei noch wird das meiste in meinen Arztberichten auch von der Long-Covid-Sprechstunde ins Psychosomatische geschoben. Habe die Berichte letzte Woche zum Lesen erhalten. Ich finde es einfach nur schlimm, und es macht mich sooo wütend! Ich kann meine Psyche gut von meinem Körper unterscheiden, und ich hatte deshalb einem halben Wutanfall. Ich weiss nicht, was diese Untersuchungen dann überhaupt bringen, wenn eh alles in diese Richtung geschoben wird, da man ja leider noch nicht viel weiss und keine Verantwortung übernehmen will.
Weiter zu meinen Symptomen:
Meine Erschöpfung ist im Moment auch sehr stark. Komme noch so halb durch den Tag, auf ner Skala würd ich sagen, so 15 bis max. 20%. Nach dem Frühstück lege/setze ich mich nochmals aufs Sofa, ca 2 Stunden, da die Erschöpfung dann immer am stärksten ist, und danach lege ich mich immer nochmals ins Bett, da die Müdigkeit wieder kommt. Heisst, ca. um 18.00 Uhr kann ich dann noch n bisschen was für den Tag machen. Echt krass das Ganze!
Ich schaue abends meist fern bis ca. 24.00 Uhr. Abends fühl ich mich immer am besten, deshalb bleibe ich so lange auf. Ich weiss, punkto Tagesrhythmus vielleicht nicht so ideal, wie mir alle immer sagen.
Ich habe in der Woche 1× probiert, ins Dorf zu gehen (was nicht weit ist, ca. 7 Minuten zu Fuss). Trank einen Kaffee in ner Bäckerei (fühlte mich elend beim Sitzen + Stehen), dann ging ich noch kurz einkaufen. War Katastrophe im Migros. Der ganze Körper spielte verrückt! ich hatte voll Konzent-rationsprobleme, wie Matsch im Kopf. Zuhause musste ich mich gleich ablegen. Körper und Hirn waren wahrscheinlich total überreizt, beruhigten sich dann aber wieder durchs Liegen.
Die Symptome sind alle wieder ähnlich wie zu Beginn der Infektion. Auch habe ich wieder flaches Atmen-Gefühl, wie wenn ich zuwenig Sauerstoff erhalten würde.
Sorry für den langen Post. Ich wollte das mal loswerden und möchte schauen, ob es anderen auch so oder ähnlich geht.
Ich schaue diese Erkrankung recht neutral an und habe ehrlich gesagt bei mir nicht das Gefühl, dass es sich bessern wird. Der Fall ist eher umgekehrt, es wird langsam immer schlechter. Ich hatte vor ca. 2 Monaten Verbesserung, konnte immer mehr machen und laufen. Aber dann hatte ich einen heftigen Crash, und seitdem geht's immer schlechter, leider. Das Niveau von vor diesem Crash konnte ich bis jetzt nicht mehr erreichen.
Ich bin froh, dass ich noch n bisschen was machen kann und nicht nur im Bett liege. Habe auch Schiss davor, wenn es bei mir so weit sein sollte. Meine Symptome gehen stark ins ME/CFS aufgrund starker Belastungsintoleranz (musste Physio absagen, da mir 1 Termin jede Woche schon zu viel ist), und ich werde mich in Zürich auf PEM untersuchen lassen.
Die grosse Hoffnung steckt für mich in funktionierenden Therapien, die hoffentlich bald mal kommen werden. Ich werde mich zur Studie in CH bez. BC007 anmelden, hoffe sehr, dass sie mich nehmen werden und dass dann mal etwas Normalität einkehren wird. Denn manchmal ist dieser Zustand einfach zum Verzweifeln, und ich hätte noch so viel vor!
ME/CFS gehört zu den letzten großen Krankheiten, die kaum erforscht sind. Die Myalgische Enzephalomyelitis / das Chronische Fatigue-Syndrom ist eine schwere neuroimmunologische Erkrankung, die oft zu einem hohen Grad körperlicher Behinderung führt. Weltweit sind etwa 17 Mio. Menschen betroffen. In Deutschland sind es geschätzt bis zu 250.000, darunter 40.000 Kinder und Jugendliche. Damit ist ME/CFS relativ weit verbreitet. Die WHO stuft ME/CFS seit 1969 als neurologische Erkrankung ein. (nach "Deutsche Gesellschaft für ME/CFS")
Das Schweizer Fernsehen SRH hat kürzlich einen Dokumentarfilm unter dem Titel «Chronisches Fatigue-Syndrom ME/CFS – Ein Albtraum für die Betroffenen» ausgestrahlt und diesen Film auf YouTube veröffentlicht. Bitte klicken Sie hier.
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His Master's Voice
21. März 2022
Ich bin kein Freund der SVP. Vor Jahrzehnten wäre ich es vielleicht noch gewesen, denn damals war dies die Bauern-, Gewerbe- und Bürgerpartei, der auch mein Vater angehörte und der er sich Zeit seines Lebens verpflichtet fühlte. Wenn er noch hätte erleben müssen, was aus seiner Partei unter dem Einfluss des greisen Patriarchen am Herrliberg und seiner Jünger gemacht würde, ja, ich glaube, es hätte ihm keine Freude bereitet.
Grundsätzlich ist sie (die SVP) gegen alles, was nicht auf ihrem eigenen Mist gewachsen ist. Ihr Lieblinsgwort ist Nein! Die SVP hat zwar einen Präsidenten; aber der ist herzlich unwichtig. Der wahre Boss und Meister (engl. „Master“) der SVP ist der schwerreiche Christoph Blocher. Punkt!
Wer nicht auf des Masters Wellenlänge sendet oder empfängt, ist der SVP feind und ist der SVP Feind. Deren gibt es viele: Die SRG... der Bundesrat in corpore... die Linken und Grünen... einzelne Bundesräte... die SP... der Staat... die Migration... die Fremden... die Anderen... die EU... das BAG...
Die strikt hierarchisch regierte SVP hatte und hat mehrheitlich männliche Leithammel wie Maurer, Mörgeli, Amstutz, Glarner, Aeschi und dergleichen, die zwecks Verbreitung der weisen Lehren ihres Masters mit ätzenden Worten Gift und Gülle auf ihre Gegner losliessen und loslassen und manchmal auch vor Kannibalismus nicht zurückschrecken. Erinnern Sie sich noch, wie ein früherer SVP-Parteipräsident (heute ist er selber Sesselfurzer und -kleber im Bundesrat) einen früheren SVP-Bundesrat als „halben Bundesrat“ taxierte, und wie derselbe Typ eine frühere Bundesrätin als „Blinddarm“ bezeichnete?
Zum Nein! gehört natürlich und selbsterklärend und erwartungsgemäss, dass diese sogenannte "Volks"-Partei in den letzten zwei Jahren mehrheitlich gegen die Corona-bestimmungen des Bundesrates wetterte, obwohl doch zwei ihrer Exponenten in eben diesem Bundesrat hocken.
Weniger natürlich, dafür unverständlich ist hingegen die Bewunderung einiger (bis wie vieler?) SVP-Partei-mitglieder und -bonzen für Monster wie den Amerikaner namens Donald Trump und den Russen namens Wladimir Putin.
Vielleicht ist der SVPler Bewunderung für Trump, Putin und andere Freaks doch nicht so unerklärlich. Denn - Hand aus Herz! - eine Partei, die derart rigoros von oben herab und letztendlich von nur einer Person geführt wird, erzeugt beinahe zwangsläufig des Fussvolks Sympathien für gerissene und gewissenlose Narzissen ...ääh Narzissten.
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Die SVP ist jetzt halt, was sie ist, und eines ihrer beliebten Sprachrohre ist die "Weltwoche" mit ihrem brillanten, ewig jungen, blocherhörigen und an enervierend unge-heurer Redesucht leidenden Chefredaktor Roger Köppel. Blocher ist der Master, und Köppel ist Blochers Voice. Herr Köppel spricht jeden Morgen auf der Website der Weltwoche. Wenn ich mich wieder mal so richtig ärgern will, höre ich mir die Reden des Herrn Köppel an.
"Grüezi mitenand! Einen wunderschönen, guten Morgen aus der Schweiz, aus dem Institut für fortgeschrittene Gegenwartskunde. Meine sehr verehrten Damen und Herren, liebe Freunde - vor allem in Deutschland und Oesterreich. Ich begrüsse Sie wie immer auf das allerherzlichste zur internationalen Ausgabe von Weltwoche daily - die andere Sicht. Unabhängig, kritisch, gut gelaunt."
Mit dieser oder ähnlicher Sülze beginnt Sonnyboy und Chefredaktor Roger Köppel jeweils seine Weltwoche-Daily-Rede (was für ein hässlicher Wortbastard!) an alle oder einzelne deutschsprachigen Nationen und schwad-roniert daselbst über alles Mögliche. Und all dieses Mögliche wird jeweils stichwortartig in Gross- und Fettdruck vorgestellt. Zum Beispiel...
Frühlingsbeginn... Selenskij... Lob an Maybrit Illner... Eskalationen der Dämonisierung... Kalter Krieg? Bitte nicht...
Und weiter geht es mit den rhetorischen Schlagzeilen:
SVP-Gegner missbrauchen den Ukraine Krieg... Bidens kraftlose Kraftmeierei... Schweizer Führung ohne Orientierung... Mein Gewissen... Planloser Bundesrat auf Energiesuche... Cassis: Implosion eines Bundes-präsidenten. Der FDP-Mann als Sicherheitsrisiko... Bundespräsident Cassis spürt sich nicht mehr...
Nicht zu verachten ist auch:
Bundesrat versenkt Neutralität... Blocher sieht die Schweiz im Krieg... Die Einseitigkeit der Medien... Putin-Dämonisierung als Gedankenersatz...
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Zur Sprechtechnik von Herrn Köppel ist zu sagen, dass er seine Laberei vermutlich am Morgen oder Vormittag aufnimmt, da er seine Ausführungen stets mit recht vielen unappetitlichen Interjektionen wie "ähm... mzm..." und dergleichen garniert, was darauf schliessen lässt, dass seine Verdauung noch den Morgenkaffee und das Gipfeli verarbeitet.
Eine Spezialität von Herrn Köppel ist zudem die beinahe penetrante Gewohnheit, entgegen allen Gepflogenheiten gegen Ende des Satzes die Stimme zu erheben und ohne Pause den nächsten Satz zu beginnen. Das gibt seiner Redeweise etwas beneidenswert Faszinierendes, Betörendes und gefährlich Einlullendes.
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Die SVP und damit Christoph Blocher und damit die Weltwoche und damit Roger Köppel, also die Partei, der Guru, die Zeitung und der Sonnyboy, DIE haben ziemlich viele Lieblingsfeinde. Ist ja auch nicht weiter schwierig, denn bekanntlich ist die SVP die Partei, welche grund-sätzlich und immer gegen alles ist, was nicht in ihrer Jauchegrube fermentiert wurde, und die sich mit einer Gehässigkeit sondergleichen gegen alle wendet, die nicht ihre populistischen Meinungen vertreten.
Es ist halt so: «Der alte Christoph ist der Grösste und Roger ist sein Prophet!» Und Roger wird nicht müde, den SVP-Senf landauf, landab zu kolportieren und mit wohlgewählten Worten aus der SVP-Wahrheits-Bibel sein SVP-Publikum bei Laune zu halten und die eher SVP-kritischen Bürger auf Teufel-komm-raus-aber-dalli-dalli zu verunglimpfen.
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Und heute - am 30. März 2022 - lese ich im Tages Anzeiger den Artikel mit dem Titel: "Die SVP und ihr Problem mit Wladimir Putin"...
...oder ich lese im Blick das Interview mit alt SVP-Bundesrat Ogi...
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...oder ich bringe zum Schluss eine Anekdote über Rudolf Minger, den allerersten BGB- sorry! SVP-Bundesrat:

Ruedi Minger empfing in den 1930-er Jahren den apostolischen Nuntius. Man unterhielt sich, man ass, man trank. Und am Schluss verabschiedete sich Ruedi Minger mit folgenden Worten: "Au revoir! Saluez Monsieur le Pape, Madame la Papesse et toute la Papeterie!"
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Orgelmusik zum Thema «Wasser»
März 2022
In den letzten Wochen habe ich einige klassische Stücke zum Thema "Wasser" für die Orgel bearbeitet. Natürlich etwas aus der Wassermusik von Händel; dann die hübsche Barcarolle von Jacques Offenbach und schliesslich noch den Dauerbrenner An der schönen blauen Donau von Johann Strauss.

Diese und weitere Stücke werde ich an einem Konzert im Juni in der Kirche Erlenbach im Simmental spielen. Wobei anzumerken ist, dass die dortige Kuhn-Orgel für solche Musik eigentlich wenig geeignet ist: Sie hat nur zwei Manuale, keinen Schweller, keine freien Kombinationen, erst recht keinen Setzer, kein Tremolo und natürlich auch kein schwebend gestimmtes Register à la "Voix céleste". Dazu kommt, dass die Orgel ziemlich hart und "rääss" intoniert ist und der Nachhall nur in homöopathischer Dosis vorhanden ist, was den erforderlichen weichen Klängen bei der Barcarolle oder beim Donauwalzer nicht gerade entgegenkommt.

Henusode oder Henudeso. Vielleicht schaffe ich es trotzdem, etwas ansprechende Musik aus der Orgel herauszukitzeln und zum Gaudi des Publikums zu spielen.

Hier sind die Notenarrangements:
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Improvisationen von Roland Finsterwalder
März 2022
Roland Finsterwalder - Logopäde am Spital Thun und Organist - schickte mir kürzlich den Link zu Improvisationen, die er auf seiner digitalen Hauptwerk-Orgel aufgenommen hat.

Vereinfacht gesagt, werden bei der modernen Sampling-Technik alle Töne von allen Registern irgendeiner Orgel einzeln aufgenommen und dann in ein digitales Format umgewandelt. Damit erhält man eine Riesendatei, mit welcher man zuhause seinen Computer füttert. Dann verbindet man seine Tastaturen (Manuale, Pedal) mit dem Computer und kann somit wie auf der "richtigen" (also gesampeltem) Orgel spielen.

Diese Aufnahmen von Roland klingen derart gut und authentisch, dass ich sie Ihnen gerne präsentiere. Er schreibt dazu:
"In den neunziger Jahren bin ich gerne beim Krompholz vorbei gegangen, wenn ich einen Termin in Bern hatte. Es gab dort mehrere Digitalorgeln der Firma Ahlborn, unter anderem auch eine dreimanualige Orgel.

Es hat mich immer fasziniert, darauf zu spielen, obwohl der Klang häufig gar nicht realistisch klang. Es gab einzelne Flötenregister, die recht realistisch tönten, aber das französische Schwellwerk mit 16+8+4 Zunge war substanzlos. Aber allein die Idee, auf so einer Orgel zu Hause zu spielen und nicht in eine Kirche zu müssen, hatte schon etwas Beeindruckendes. Die Entwicklung der modernen Sample Technik ist ganz enorm.

Nun habe ich seit bald seit vier Jahren meine Hauptwerkorgel, und gerade die letzten zwei Jahre kommen neue Sample sets heraus, die einfach irrsinnig realistisch klingen.

...ach ja, und dann die schmierige Keyboard-Tastatur der Alborn Digitalorgeln! Auch da hat eine enorme Entwicklung stattgefunden."
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Hör- und Notenbeispiele auf derselben Seite
März 2022
Seit vielen Jahren publizierte ich die Hör- und Notenbeispiele auf jeweils eigenen Seiten. Das hatte den Nachteil, dass man immer "umblättern" musste.

Wenn also beispielsweise eine Organistin ein Stück von meiner Notensammlung spielen wollte, musste sie auf die Seite mit den Hörbeispielen wechseln, um nachzuschauen, ob dieses Stück auch als Audiodatei zur Verfügung stehe.

Oder wenn ein Organist einen ihm (an)genehmenen Song hörte, musste er auf die Notenseite wechseln, um zu gucken, ob der liebe Aellig vielleicht gefälligerweise auch die Noten zu diesem Song zur Verfügung stelle.

Und kürzlich dachte ich mir: «Das ist eigentlich ziemlich mühsam, und es wäre meini praktischer, wenn ich den ganzen Kram auf einer Seite parkieren täte!» - Und also tat ich. Die Hörbeispiele können Sie anhören, indem Sie auf den Titel des Songs klicken. Und wenn am linken Rand der Liste eine rote Noten-Icon steht, dann klicken Sie dieses Icon an, um ein Noten-PDF zu ergattern.
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Neue Notenbeispiele:  «Danny Boy»  und  «Sailing»
März 2022
Am Weltgebetstag war "England - Irland - Wales" das Motto. Da erfuhr man viel Wissenswertes über die britischen Inseln, und ich überlegte angestrengt, welches wohl das passende Ausgangsspiel wäre. Da kam mir glücklicherweise Danny Boy in den Sinn. Ein Folksong, den ich früher manchmal im Keyboardunterricht habe spielen lassen und dessen Melodie ich noch immer auswendig kann.

Es ist ein Lied des englischen Anwalts und Lieddichters Frederic Weatherly. Dieser schrieb den Liedtext 1910 zunächst für eine andere Melodie, ersetzte diese aber wenig später durch die alte irische Volksweise A Londonderry Air, zu der das Lied dann bekannt wurde. Die Ballade, in der es um den Abschied von einem geliebten Menschen und dessen Wiederkehr geht, ist vor allem im angelsächsischen Sprachraum und unter der irischen Diaspora sehr bekannt, wo es als inoffizielle Hymne der Iren verstanden wird. (nach Wikipedia)

Bald darauf schrieb ich eine nicht allzu schwierige Orgelfassung, die Sie hier anschauen können. Ausserdem wünschte sich eine Kollegin eine nicht allzu schwierige Version von "Sailing". Die Noten finden Sie hier.
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Orgel plus
Januar 2022
Manchmal begleite ich einen Solisten oder eine Solistin oder auch einen Chor. Dann erhalte ich jeweils Noten. Manchmal sind die ganz brauchbar, und manchmal sind sie eher merkwürdig. Im letzteren Fall schreibe ich gelegentlich die Orgel-Begleitung mit dem bewährten Sibelius-Notenprogramm.

Mittlerweile habe ich da ziemlich Routine bekommen und einige Stücke aufgeschrieben. Klicken Sie einfach auf einen der untenstehenden Titel.

In Paradisum  (Gabriel Fauré)
Cantique de Jean Racine  (Gabriel Fauré)
Reigen seliger Geister  (Christoph W. Gluck, für Flöte und Orgel)
Reigen seliger Geister  (Christoph W. Gluck, für Orgel solo)


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Training im SILVER GYM in Steffisburg
Januar 2022
Seit vielen, vielen Jahren besuche ich zwecks körperlicher Ertüchtigung den Silver Gym in Steffisburg. Oft nur sporadisch, weil ich ein oberfauler Bewegungsmuffel bin Immerhin habe ich momentan wieder den Elan, einigermassen regelmässig mein alterndes Chassis zwecks Förderung von Kraft, Ausdauer und Beweglichkeit den vielseitigen Gym-Torturen auszusetzen.

Inhaber und Leiter Martin Klöti hat im Laufe der Jahre eine Menge an Ausdauer- und Kraftgeräten in den Raum gestellt, bietet eine kompetente Beratung und Betreuung an und erfreut seine Kundinnen und Kunden mit moderaten Preisen. Wenn Sie auf das oben links stehende Logo klicken, werden Sie auf die Website vom "Silver Gym" geleitet.

Eins meiner Lieblingsgeräte ist die Kletterwand, sofern die schmerzende rechte Schulter dies zulässt. Schauen Sie sich doch den Clip an und amüsieren Sie sich.
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Nach dem Trauergottesdienst
Januar 2022
Bei der unten erwähnten Trauerfeier spielte ich also Passaggio von Einaudi. Obwohl es ein Klavierstück ist, klang es auf der Orgel noch ganz passabel.

Land ob de Wolke ist zwar ziemlich schwierig zu spielen, aber es tönte sehr schön auf der Orgel.

Amélie als Zwischenspiel hingegen wirkte ziemlich merkwürdig, fade und langweilig. Ist auch kein Wunder, denn auf der Orgel fehlen halt all die dynamischen Nuancen, die auf dem Klavier so leicht zu realisieren sind und die einem Stück erst so richtig Leben und Emotion geben. Und alsobald dichtete ich:
"Amélie" von den Saiten
Wird himmelwärts mich geleiten.
Doch spiel ich den Song mittels Röhren,
Wird er mich mitnichten betören!
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Vor dem Trauergottesdienst
Januar 2022
Eine Kollegin schickte mir kürzlich ein Email und schrieb, sie müsse demnächst an einer Abdankung orgeln, und die Trauerfamilie habe den bekannten Song von Louis Armstrong als Orgelstück gewünscht. Ob ich wohl die Noten dazu hätte. Nun, ich hatte sie; allerdings nur als Skizze. Und so vervollständigte ich diese Skizze zu einem veritablen Orgelstück. Sie finden es hier.
Eigentlich sollte man drei Hände haben, die auf drei verschieden registrierten Manualen spielen. Ein Manual für die Leadstimme, eines für die Begleitung in Achtelnoten und schliesslich noch eines für die Streicher-Bläser-Einlagen.

Wer lange Finger hat, kann auf die dritte Hand bzw. den Zusatzspieler verzichten und stattdessen mit einer Hand auf zwei Manualen spielen. Und wer nur zwei Manuale hat, spielt Begleitung und Streicher-Bläser auf dem oberen Manual.
*   *   *   *   *
Und dann spiele ich demnächst an einem Trauergottesdienst. Von der Trauerfamilie wurden mir drei Orgelwünsche zugetragen: "Amélie" aus dem gleichnamigen Film, "Nuvole bianche" von Ludovico Einaudi und das Jodellied "Land ob de Wolke" von Jack Säuberli. Und die Familie betonte, sie wäre schon glücklich, wenn ich wenigstens eines dieser drei Stücke spielen würde.

Und da dachte ich: "Als Eingangsspiel nehme ich Passaggio von Einaudi, dann Amélie als Zwischenspiel und Land ob de Wolke als Ausgangsspiel." Die beiden ersten Songs hatte ich beeits im Repertoire. Folglich hörte ich mir "Amélie" auf Youtube an und schrieb dann mit Sibelius die Noten auf. Da sieht es dann auf meinem PC-Bildschirm ganz lustig aus. Oben ist das Youtube-Fenster und unten das Notenschreib-Fenster:

Die Noten von "Amélie" finden Sie hier.